21. Oktober 2026

Ein Gerät außer der Reihe prüfen

Nach der Reparatur soll die Leiter wieder in den Betrieb, der nächste Prüftermin liegt aber Monate entfernt. Wer dafür einen ganzen Prüfauftrag anlegt, dokumentiert irgendwann gar nicht mehr. Es geht auch direkt am Gerät.

Die Anlegeleiter kam heute Morgen aus der Werkstatt zurück, neue Sprosse, neuer Fuß. Sie soll wieder in den Betrieb. Der nächste reguläre Prüfauftrag für die Leitern läuft im Oktober, also in vier Monaten. Bis dahin steht sie entweder ungeprüft im Einsatz oder gesperrt in der Ecke, und beides will niemand. Wer in dieser Lage eine Zwischenprüfung dokumentieren will, stößt in vielen Systemen auf denselben Umweg: Erst muss ein Vorgang angelegt werden, der für ein einziges Gerät viel zu groß ist.

Der Artikel richtet sich an Betreiber, die ihre eigenen Betriebsmittel verwalten und regelmäßig vor genau diesem Einzelfall stehen.

Wann du eine Zwischenprüfung dokumentieren musst

Eine Zwischenprüfung dokumentieren heißt: das Ergebnis einer Prüfung außerhalb des regulären Turnus so festhalten, dass es später als Nachweis trägt. Nötig wird sie nach einer Reparatur, nach einem Schadensereignis oder vor einem besonderen Einsatz. Der Aufwand entsteht dabei selten beim Prüfen selbst, sondern bei der Frage, wohin das Ergebnis überhaupt gehört.

Die Anlässe sind unterschiedlich, das Muster ist immer dasselbe: Ein einzelnes Gerät braucht heute eine Aussage, und der Kalender gibt sie erst in Monaten her.

Anlass Typischer Auslöser Was der Nachweis leisten muss
Nach der Instandsetzung Reparatur, Austausch eines Bauteils Zeigen, dass das Gerät nach dem Eingriff wieder in Ordnung ist
Nach einem Ereignis Sturz, Überlast, Transportschaden Zeigen, dass der Zustand nach dem Vorfall bewertet wurde
Vor einem Sondereinsatz Fremdbaustelle, Audit, Verleih Zeigen, dass zum Zeitpunkt der Übergabe geprüft war
Bei Zweifeln im Alltag Meldung eines Mitarbeiters Zeigen, dass die Meldung nicht folgenlos blieb

In allen vier Zeilen ist die Prüfung selbst in zehn Minuten erledigt. Was fehlt, ist ein Platz für das Ergebnis.

Warum das Ergebnis so oft nirgends landet

Der Reflex, die Prüfung „kurz zu notieren“, ist verständlich und trotzdem der Anfang des Problems. Ein Zettel am Gerät, eine Mail an den Sicherheitsbeauftragten, ein Eintrag in einer Excel-Datei: Das alles existiert, aber es steht nicht dort, wo später jemand nachsieht.

Die Historie bleibt lückenhaft. Wer ein halbes Jahr später auf das Gerät schaut, sieht die letzte reguläre Prüfung und die nächste. Die Reparatur samt anschließender Kontrolle dazwischen taucht nicht auf. Genau die wäre aber der Beleg dafür, dass jemand hingesehen hat.

Der Nachweis hängt an einer Person. Solange der Kollege, der die Leiter geprüft hat, im Haus ist, lässt sich die Frage beantworten. Nach seinem Wechsel ist die Antwort weg, obwohl die Prüfung stattgefunden hat.

Der Umweg wird zur Hürde. In vielen Systemen ist die kleinste dokumentierbare Einheit ein kompletter Auftrag mit Termin, Zuständigem und Geräteliste. Für ein Gerät ist das so viel Aufwand, dass es beim dritten Mal unterbleibt. Nicht dokumentiert wird selten aus Nachlässigkeit, sondern weil der Weg dorthin zu lang ist.

Der kurze Weg: die Prüfung direkt am Gerät starten

Der Ausweg besteht darin, die kleinste dokumentierbare Einheit vom Auftrag auf das Gerät zu verschieben. In Lizard heißt diese Möglichkeit Ad-hoc-Prüfung: eine vollwertige Prüfung eines einzelnen Betriebsmittels, ohne dass dafür ein Prüfauftrag existieren muss. Ein Prüfauftrag ist dabei die geplante Zusammenstellung aus Geräten, Termin und zuständigem Prüfer; die Ad-hoc-Prüfung kommt ohne sie aus.

Der Einstieg liegt dort, wo bei diesem Anlass ohnehin jeder steht: an der öffentlichen Geräteseite, die sich hinter dem QR-Code am Betriebsmittel verbirgt und sich auch per Link öffnen lässt. Im Abschnitt Prüfungen führt die Schaltfläche „Ohne Auftrag prüfen“ in einen Dialog, der die laufenden Prüfaufträge zur Auswahl stellt. Ist die Funktion im Unternehmen freigeschaltet, steht daneben zusätzlich „Ad-hoc-Prüfung starten“.

Ab diesem Klick unterscheidet sich nichts mehr von einer geplanten Prüfung. Es läuft derselbe Prüfwizard: Prüfvorlage im ersten Schritt wählen, Checkliste abarbeiten, Fotos dokumentieren, Ergebnis festlegen. Verlangt die gewählte Vorlage eine Qualifikation, die dem Prüfenden fehlt, erscheint derselbe Hinweis wie sonst auch, bevor es weitergeht. Am Ende entsteht ein reguläres Prüfergebnis samt Protokoll-PDF, Status und Prüfhistorie des Geräts werden aktualisiert, und der Weg endet wieder auf der Geräteseite mit frischem Status.

Damit ist die Lücke geschlossen, um die es die ganze Zeit ging: Die Kontrolle nach der Reparatur steht in derselben Historie wie die Jahresprüfung, an demselben Gerät, mit demselben Protokoll.

Freigeschaltet wird die Funktion einmalig pro Unternehmen. Sie ist bewusst standardmäßig aus und wird mit dem Schalter „Ad-hoc-Prüfungen erlauben“ in den Unternehmens-Einstellungen unter Konfiguration aktiviert. Solange die Option aus ist, erscheint der Einstieg gar nicht erst. Den vollständigen Ablauf beschreibt die Dokumentation zur Ad-hoc-Prüfung, den Schalter selbst die Seite zu den Unternehmens-Einstellungen.

Was sich dadurch in der Planung ändert und was nicht

Die berechtigte Sorge bei einem solchen Kurzweg ist, dass er die Planung durcheinanderbringt. Wenn jeder jederzeit prüfen kann, stehen am Monatsende womöglich Dutzende halbfertiger Aufträge in der Liste.

Das passiert hier nicht, weil in der Auftragswelt sichtbar nichts entsteht. Eine Ad-hoc-Prüfung erscheint weder in der Liste der Prüfaufträge noch in den Zählern aktiver Aufträge. Sie gilt als Eigenprüfung des Besitzers, und im Protokoll wird dementsprechend kein Empfänger ausgewiesen. Die Terminplanung bleibt also die Terminplanung, und die Zwischenprüfung liegt da, wo sie hingehört: in der Geschichte des Geräts.

Zwei Dinge folgen daraus für die Praxis. Erstens ersetzt die Ad-hoc-Prüfung keinen Turnus. Sie ist die Antwort auf einen Anlass, nicht auf einen Kalender, und wer wiederkehrende Prüfungen darüber abwickelt, verliert genau die Planbarkeit, wegen der es Prüfaufträge gibt. Zweitens lohnt sich die Entscheidung, wer sie auslösen darf, vor der Freischaltung. Die Funktion senkt eine Hürde, und das ist erwünscht, solange klar ist, wer im Betrieb ein Gerät wieder freigeben darf.

Wie ein einzelnes Prüfergebnis aussieht und was darin festgehalten wird, zeigt die Dokumentation zu den Prüfergebnissen. Den Ablauf einer Prüfung von der Vorlagenauswahl bis zur Unterschrift zeigt das Tutorial Wie führe ich eine Prüfung im Web durch?

Häufige Fragen

Ist eine Prüfung ohne Auftrag weniger wert als eine geplante?

Nein. Es läuft derselbe Prüfwizard mit derselben Prüfvorlage, und am Ende steht ein reguläres Prüfergebnis mit Protokoll-PDF in der Historie des Geräts. Der Unterschied liegt allein im Einstieg, nicht im Ergebnis.

Muss ich dafür etwas freischalten?

Ja, einmalig. Der Schalter „Ad-hoc-Prüfungen erlauben“ sitzt in den Unternehmens-Einstellungen unter Konfiguration und ist im Auslieferungszustand deaktiviert. Ohne ihn erscheint der Einstieg auf der Geräteseite nicht.

Taucht die Zwischenprüfung in meiner Auftragsübersicht auf?

Nein, und das ist beabsichtigt. Weder die Liste der Prüfaufträge noch die Zähler aktiver Aufträge verändern sich dadurch. Das Ergebnis findest du am Betriebsmittel, in der Prüfhistorie.

Kann ich damit auch ein archiviertes Gerät prüfen?

Nein. Archivierte Betriebsmittel lassen sich weder über einen Auftrag noch über den Weg ohne Auftrag prüfen. Soll ein archiviertes Gerät zurück in den Betrieb, gehört es vorher wieder aktiv gesetzt.

Was ist mit der Frist: verschiebt sich der nächste Termin?

Die Prüfung wird als Prüfergebnis am Gerät festgehalten und aktualisiert dessen Status und Historie. Wie sich daraus der nächste Termin ergibt, hängt an der verwendeten Prüfvorlage und ihrem Intervall, nicht am Einstiegsweg.

Der Einzelfall gehört in dieselbe Akte wie der Turnus

Am Ende zählt nicht, ob eine Prüfung geplant oder spontan stattgefunden hat, sondern ob sie sechs Monate später noch auffindbar ist. Eine Zwischenprüfung, die im selben Verlauf steht wie die Jahresprüfung, beantwortet die Frage nach dem Zustand eines Geräts vollständig. Ein Zettel im Werkstattordner tut das nicht.

Essential, das Einstiegspaket von Lizard, ist für bis zu 50 Betriebsmittel dauerhaft kostenlos, ohne Testphase mit Ablaufdatum. Das reicht, um die kritischen Geräte einer Abteilung mit ihrer vollständigen Prüfhistorie zu führen.

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