Prüfcheckliste erstellen, die im Alltag trägt
Am Kranhaken hängen zwei Prüfungen mit zwei Intervallen. Warum die Checkliste nicht ans Gerät gehört, sondern an die Prüfart, und welche vier Bausteine eine Vorlage tragfähig machen.
Am Kranhaken hängen zwei Prüfungen. Die eine ist eine Sichtprüfung, kurz, ohne Werkzeug, mehrmals im Jahr. Die andere ist eine Rissprüfung mit eigenem Verfahren, die alle paar Jahre ansteht. Beide gehören zum selben Gerät, beide haben ihre eigene Fragenliste, ihr eigenes Intervall und ihre eigene rechtliche Grundlage. Wer eine Prüfcheckliste erstellen will, die im Alltag trägt, muss deshalb zuerst eine Entscheidung treffen, die auf den ersten Blick nach Kleinkram aussieht: Die Checkliste gehört nicht an das Gerät, sondern an die Prüfart.
Dieser Artikel richtet sich an alle, die Prüfungen fachlich verantworten, in einem Betrieb mit eigenem Bestand genauso wie in einem Prüfdienstleistungsunternehmen mit vielen Kunden.
Warum eine Liste pro Gerät der falsche Zuschnitt ist
Die naheliegende Lösung ist eine Datei pro Gerätetyp. „Checkliste Leitern“, „Checkliste Elektrogeräte“, „Checkliste Kran“. Sie funktioniert, bis einer von drei Fällen eintritt, und einer davon tritt immer ein.
Am selben Gerät hängen mehrere Prüfarten. Sobald eine Prüfung nicht dieselbe Wiederholung hat wie die andere, brauchst du zwei Listen und zwei Fristen, die unabhängig voneinander laufen. In einer Datei pro Gerät geht das nicht.
Die Regel ändert sich, der Bestand nicht. Kommt eine Frage dazu, musst du sie in jede Kopie einpflegen. Wer das schon einmal für dreihundert Geräte gemacht hat, macht es kein zweites Mal, und ab da driften die Listen auseinander.
Der Prüfer bekommt zu viel. Eine Liste, die alle denkbaren Fälle abdeckt, enthält für jede einzelne Prüfung überwiegend Fragen, die nicht dran sind. Übersprungene Punkte werden zur Gewohnheit, und Gewohnheit ist das Gegenteil von Prüfung.
Prüfcheckliste erstellen: vier Bausteine, die zusammengehören
Eine Vorlage in Lizard ist der Ort, an dem die vier Dinge zusammenkommen, die eine Prüfung ausmachen. Sie einzeln zu betrachten hilft, weil jeder Baustein an einer anderen Stelle Wirkung entfaltet.
Die Norm oder Richtlinie ist die rechtliche Basis. Unter „Richtlinien und Normen“ pflegst du die Grundlagen deiner Arbeit, etwa die DGUV Vorschrift 3 für elektrische Anlagen, die DGUV Information 208-016 für Leitern und Tritte oder die Betriebssicherheitsverordnung. Jedes Betriebsmittel wird mit einer oder mehreren dieser Normen verknüpft, damit auf dem Prüfbericht der richtige Verweis steht. Eine Auswahl in der Vorlage lässt sich erst treffen, nachdem die Prüfkategorie gewählt ist, weil die Normen kategoriespezifisch sind.
Die Prüfkategorie sorgt dafür, dass die richtige Liste erscheint. Du verknüpfst Fragenkataloge mit Prüfkategorien statt mit einzelnen Geräten. Scannt ein Prüfer einen Akkuschrauber, erkennt das System die Kategorie Elektrowerkzeug und lädt die passende Checkliste. Scannt er danach eine Leiter, lädt es die Leiter-Checkliste. Dieser Zusammenhang ist der Grund, warum sich die Mühe bei den Kategorien lohnt: Sie ist die Verkabelung zwischen Bestand und Prüfung.
Der Fragenkatalog ist der eigentliche Inhalt. Jede Frage besteht aus einem Fragetext und einer Art der Frage. Dazu gleich mehr.
Das Intervall ist die Frist. In der Vorlage steht ein Standard-Intervall in Monaten, zum Beispiel zwölf. Aus dem tatsächlichen Prüfdatum und diesem Wert ergibt sich das nächste Fälligkeitsdatum. Ändert sich die Regel, änderst du sie einmal an der Vorlage statt an jedem Gerät einzeln.
Welche Fragetypen es gibt und wann welcher passt
Fünf Typen stehen zur Verfügung, und die Wahl entscheidet darüber, wie gut sich ein Ergebnis später auswerten lässt.
- Ja oder Nein für alles, was eindeutig ist. „Ist die Sicherung intakt?“ Der Standardfall, und meistens der richtige.
- Einfachauswahl für einen Zustand aus einer festen Skala, etwa „neu, gebraucht, verschlissen“. Die Optionen legst du selbst an.
- Mehrfachauswahl, wenn mehrere Feststellungen gleichzeitig zutreffen können.
- Messwert für alles mit Zahl und Einheit, etwa einen Widerstand in Ohm. Der Typ zwingt zu einem Wert statt zu einer Beschreibung, und nur ein Wert lässt sich später vergleichen.
- Freitext für den Befund, den keine Liste vorhersehen kann.
Messwert und Freitext lassen sich über die Einstellung „darf leer sein“ als optional markieren. Alle übrigen Fragen muss der Prüfer beantworten. Eine praktische Faustregel: Je mehr Freitext eine Vorlage enthält, desto weniger lässt sich mit ihren Ergebnissen anfangen. Freitext ist gut für das Besondere und schlecht für das Wiederkehrende.
Ein Punkt sorgt regelmäßig für Verwirrung: Fotos sind kein Fragetyp. Ob der Prüfer ein Bild aufnehmen muss, steuerst du für die gesamte Vorlage über die Foto-Anforderung, mit den Möglichkeiten kein Foto nötig, Foto optional oder Foto erforderlich. Bei „erforderlich“ lässt der Prüf-Wizard niemanden ohne Bild weiter.
Was die Vorlage sonst noch am Verhalten steuert
Neben den Fragen legt die Vorlage fest, wie sich die Prüfung anfühlt. Vier Einstellungen sind im Alltag die wichtigsten.
Unterschrift erforderlich entscheidet, ob am Ende auf dem Gerät unterschrieben wird. Leistungen erfassen erlaubt es, Material und Dienstleistungen zur Prüfung zu erfassen, was vor allem im Kundengeschäft zählt. Skizze und Mängel aktivieren blendet den Zeichenschritt ein, in dem Mängel direkt an der richtigen Stelle im Bild markiert werden. Und die Labels für betriebsbereit und nicht betriebsbereit bestimmen, wie das Ergebnis heißt, falls in deinem Haus statt „gesperrt“ ein anderes Wort üblich ist.
Der Zeichenschritt ist ein gutes Beispiel dafür, warum die Vorlage der richtige Ort für solche Schalter ist. Bei einer Regalanlage oder einem Kran ist eine Skizze mit nummerierten Mängeln unbezahlbar. Bei der schnellen Wiederholungsprüfung an einem Verlängerungskabel wäre derselbe Schritt reine Reibung. Weil er an der Vorlage hängt, bleibt die eine Prüfung gründlich und die andere schlank.
Wenn an einem Gerät mehrere Vorlagen infrage kommen
Sobald ein Gerät mehr als eine Prüfart kennt, stellt sich vor Ort die Frage: Welche ist heute dran? Deshalb ist die Vorlagenauswahl der erste Schritt im Prüf-Wizard, noch vor der Checkliste, und sie bringt die Entscheidungsgrundlage gleich mit.
Oben steht die aktuell zugeordnete Vorlage samt Anzahl ihrer Prüfpunkte, bei einer Wiederholungsprüfung reicht also ein Klick auf Weiter. Darunter liegt die Historie des Geräts mit Datum, Vorlage, Ergebnis und nächster Prüfung. Damit beantwortet sich die Frage von selbst: Lief die Sichtprüfung vor sechs Wochen, ist heute eher die Rissprüfung dran. Steht die Rissprüfung erst in zwei Jahren wieder an, reicht die Sichtprüfung. Gibt es keine Vorprüfung, ist es eine Erstprüfung.
Die Auswahlliste selbst ist in zwei Gruppen geteilt. Unter Empfohlen stehen die Vorlagen, die zur Kategorie des Geräts und zu den hinterlegten Vorschriften passen, unter Übrige alle weiteren für den Sonderfall. Ein Link führt in die volle Geräteansicht in einem neuen Tab, falls du für die Entscheidung noch in die Dokumente schauen willst, ohne den Wizard zu verlieren.
Merkst du erst auf Seite drei, dass die Vorlage nicht passt, kannst du zurückwechseln. Lizard warnt vorher: Die bereits gegebenen Antworten passen in der Regel nicht zum neuen Fragenkatalog und werden zurückgesetzt. Fotos, Mängel und Anhänge bleiben erhalten.
Weiterführend in der Dokumentation:
- Prüfvorlagen und Fragenkataloge
- Vorlagenauswahl mit Prüfhistorie im Prüf-Wizard
- Im Video: Wie funktionieren Prüfvorlagen und Fragenkataloge?
Häufige Fragen
Wie viele Prüfvorlagen brauche ich?
So viele, wie du unterschiedliche Prüfarten mit unterschiedlichen Intervallen hast, nicht so viele, wie du Gerätetypen hast. Zwei Gerätetypen, die nach derselben Norm mit derselben Frist und derselben Fragenliste geprüft werden, teilen sich eine Vorlage.
Kann ein Gerät gleichzeitig mehreren Vorlagen zugeordnet sein?
Ja, und genau dafür gibt es die Vorlagenauswahl zu Beginn der Prüfung. Jede Prüfung wird mit der Vorlage dokumentiert, mit der sie durchgeführt wurde, und rechnet ihre eigene Frist fort.
Was passiert, wenn ich eine Vorlage nachträglich ändere?
Bereits abgeschlossene Prüfungen bleiben unverändert, ihr Protokoll dokumentiert den Stand von damals. Die Änderung wirkt auf künftige Prüfungen. Eine Vorlage lässt sich nur löschen, solange sie nicht in Verwendung ist.
Prüft nur, wer dafür qualifiziert ist?
Lizard verknüpft Qualifikationen mit Normen und weiß dadurch, für welche Geräte ein Prüfer befähigt ist. Fehlt die Qualifikation oder ist sie abgelaufen, wird der Prüfer nicht blockiert, sondern gewarnt, und im Prüfergebnis wird festgehalten, dass zum Zeitpunkt der Prüfung keine gültige Qualifikation vorlag. Das erhält die Handlungsfähigkeit, wenn jemand einspringt, und die Nachvollziehbarkeit hinterher.
Die Vorlage ist die Stelle, an der Qualität entsteht
Eine Prüfung ist nur so gut wie die Liste, nach der sie läuft. Wer diese Liste einmal sauber baut, mit der richtigen Norm, der passenden Kategorie, den richtigen Fragetypen und einem Intervall, das zur Prüfart gehört, bekommt drei Dinge geschenkt: gleichbleibende Ergebnisse unabhängig davon, wer prüft, auswertbare Werte statt Prosa und Fristen, die sich von selbst fortschreiben.
- Für Betreiber: Lizard für Betreiber
- Für Prüfdienstleister: Lizard für Prüfdienstleister
Essential, das Einstiegspaket von Lizard, ist für bis zu 50 Betriebsmittel dauerhaft kostenlos, ohne Testphase mit Ablaufdatum.
Passend dazu
- Prüfungen planen und durchführen: vom Auftrag zum Protokoll — wo die fertige Vorlage greift, sobald ein Prüfauftrag abgearbeitet wird.
- Mängel dokumentieren mit Skizzen statt Freitext — was passiert, wenn eine Frage der Liste einen Befund ergibt.




